Wissensbegriff

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen wächst, wenn Kinder und Jugendliche sich etwas zutrauen und erleben, dass sie Herausforderungen bewältigen können.

Bedeutung für Schule und Klassengemeinschaft

Selbstvertrauen zeigt sich, wenn ein Kind eine Aufgabe ausprobiert, seine Idee einbringt oder nach einem Rückschlag wieder einsteigen kann. Es ist für die Klassengemeinschaft bedeutsam, weil Kinder mit Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten eher Verantwortung übernehmen und Hilfe annehmen können.

Dabei geht es nicht um ständiges Gewinnen oder um ein besonders lautes Auftreten. Auch ein vorsichtiger Schritt kann selbstbewusst sein.

Pädagogische Einordnung

Stabiles Selbstvertrauen entsteht aus realen Erfahrungen: Ich durfte etwas versuchen, ich wurde ernst genommen, ich habe Unterstützung erhalten und ich habe etwas gelernt. Allgemeines Lob allein kann diese Erfahrung nicht ersetzen.

Hilfreich ist eine Rückmeldung, die konkret wird: Was ist gelungen? Welche Strategie hat geholfen? Was könnte beim nächsten Mal anders versucht werden? So bleibt Selbstvertrauen mit Lernen verbunden und wird nicht zur Selbstdarstellung.

Praxisbezug für Sozialkompetenztrainings

Im Training können Aufgaben so gestaltet werden, dass es unterschiedliche Rollen und Wege zum Ziel gibt. Kinder erleben dann: Ich muss nicht alles allein können, aber ich kann etwas beitragen. Auch das Übernehmen einer kleinen, klaren Aufgabe kann sichtbar machen, dass der eigene Beitrag zählt.

Reflexionsfragen wie „Was hast du heute zum Gelingen beigetragen?“ oder „Was würdest du dir beim nächsten Mal wieder zutrauen?“ machen Entwicklung greifbar.

Abgrenzung

Selbstvertrauen bedeutet nicht, Risiken zu verdrängen oder keine Hilfe zu brauchen. Es schließt die Fähigkeit ein, die eigenen Grenzen realistisch einzuschätzen und Unterstützung einzufordern.

Autor: Hermann Schmidt · Aktualisiert: 28.07.2026